|

Der Weg - rückwärts betrachtet...
September 2007
Marathon Berlin - 3:57:47
Das war großartig!
Start in auf der Straße des 17. Juni kurz vor der Siegessäule.
Einer von 40.000 Läufern bin ich. Um ins richtige Tempo zu kommen,
folge ich die ersten KM dem Pace-Maker, der den 4h-Ballon trägt.
Denn diesmal - im 4. Anlauf - soll es endlich klappen: Die 4h-Mauer soll
fallen. Schon zu Beginn fällt mir das hohe Tempo des Pacemakers auf.
Statt 5.40min pro KM läuft er eher 5.30min. Als ich ihn an der ersten
Verpflegung nach 5 KM verliere, halte ich dennoch das hohe Tempo und habe
recht bald einen guten Vorsprung auf meine Soll-Zeit herausgelaufen, die
ich am selbsterstellten Zeit-Bändchen um mein Handgelenk trage. Halbarathon
mit 2min Vorsprung erreicht. Ich rechne pro forma schonmal, wie viel ich
ab jetzt verlieren darf... Bis KM 30 läuft alles gut. Doch dann beginnt
der Teil, der nie im Training auf dem Plan steht: Die letzten 12 KM...
KM 32: Der Kopf tut weh.
KM 33: Jetzt merke ich die Beine überdeutlich.
KM 34: Bei einer Trinkstation trinke ich ein Elektrolyt-Getänk und
dann: Magenkrämpfe! Das kann doch nicht sein! Ich laufe nicht umsonst
34 KM gut, um dann aufzugeben. Ich will keine Krämpfe haben - und
sie hören auf...
Ab jetzt beginnt der Kampf. Komme ich noch unter 4h ins Ziel? Und vor
allem: Will ich das überhaupt noch? Alle paar Meter fallen mir Argumente
ein, warum ich langsamer sein dürfte - aber ich will, will, will
weiter! Und ich lag doch gut in der Zeit. Bei jedem KM vergleiche ich
drei Dinge:
1. Bin ich im Schnitt noch schneller als die 5.40min, die ich brauche?
2. Schmilzt mein herausgelaufener 2Min-Vorsprung. Wieviel dürfte
ich ab sofort pro KM an Zeit verlieren, um punktgenau ins Ziel zukommen.
3. (und am wichtigsten:) Die Restzeit bis 4h geteilt durch die Rest-KM:
Welche Pace muß ich laufen?
Zwar sind bis KM38, 39 alle Antworten objektiv gut - aber dennoch glaube
ich noch nicht dran, daß ich es schaffe, denn es tut weh in den
Beinen!
KM 40: ich habe noch 14 Minuten - das ist schon fast lächerlich viel
Zeit.
KM 41: Noch über 8 Minuten - ich biege auf die Allee unter den Linden
ein; warum sehe ich das Brandenburger Tor nicht? Panik! Endlich, da ist
es - aber weit weg. Und es kommt nicht näher - ganz im Gegenteil:
Wie in Stein gemeißelt steht es da. Immernoch glaube ich nicht daran,
daß es klappt. Erst 200 Meter vorm Tor - ich sehe dahinter das Ziel
bereits - kommt aus den Musikboxen hymnenartige Musik (aus dem Film "Fire&Ice")
- weitere Motivation! Jetzt glaube ich dran: Arme ausbreiten, die Welt
umarmen wollen. Ab jetzt eher tanzend als laufend. Vorbei an den Tribünen
im Zielbereich - wieder im Endsprint. Die Zeit hält an bei 3.57.47h!
Schmerz vergeht - Stolz bleibt!
Mai 2007
Marathon Düsseldorf (Staffel) - 3:38:33
So kann sich das also anfühlen. Der erste Marathon unter 4h... Na
gut, wir sind die Staffel gelaufen. Vier Leute teilen sich die Gesamtdistanz.
Da kann das eh machbar sein, vor allem, wenn man Burkhard im Team hat
- ein weißer Kenianer, dessen Marathon-Einzel-Bestzeit schon bei
gut 3h liegen.
Als zweiter starte ich - übernehme das Staffelband von Emilie - und
versuche meine gut 10km schnell durchzulaufen. Kurz vor meiner Übergabe
laufe ich noch fast in die falsche Richtung und verpasse nahezu die Staffelzone.
Scharfer Linksknick und schon kann ich Katrin das Band übergeben.
Die begleite ich noch ein paar KM, um mich dann aus dem Rennen zu verabschieden.
Dachte ich. Ich warte an der Kö auf Katrin, um auch die letzten KM
mit ihr zur Unterstützung zu laufen. Gemeinsam mit Emilie bringen
wir sie gut in den Staffelwechselbereich. Fertig für mich. Dachte
ich. Zu dritt warten wir auf Oberkassler Brücke auf Burkhard. Plötzlich
bleibt Doro aus meiner Laufgruppe neben mir stehen. Sie läuft den
Einzelwettbewerb und kann nicht mehr - dabei ist sie eine hervorragende
Läuferin (noch nie über 4h gelaufen). Motivierend rede ich auf
sie ein "Du schaffst das!". Von gegenüber eine Passantin
"Dann lauf doch mit ihr!". OK - und so begleite ich Doro bis
ins Ziel. Fertig. Endgültig!
November 2006
Martinslauf - Halbmarathon - 2:00:45
Nach dem Marathon und einem anschließenden
Australien-Urlaub war dieser Martinslauf eigentlich der erste Lauf seit
über 4 Wochen. Nur gemütlich - natürlich wieder mit Aida,
die mittlerweile in England lebt - durch den Hasseler Forst gelaufen.
Gegen Ende hat Aida in ihrer Art noch langsam langsamer werdende Läufer
motiviert sich uns anzuschließen. Wie der Rattenfänger von
Hameln lief uns eine immer größer werdende Gruppe Läufer
hinterher. Teilweise hat sich die Gruppe auch schnell wieder reduziert.
Immerhin eine Läuferin konten wir so ca. 1 km vors Ziel ziehen. Aida
und micht packte dann noch der 2h-Ehrgeiz, was aber nicht mehr ganz geklappt
hat...
Oktober 2006
Marathon Köln - 4:16:59
Training, Training, Training! 12 Wochen intensive
Vorbereitung - aus verschiedenen Quellen eine Trainingsplan zusammengeschrieben
und akribisch dran gehalten. Wöchtenliche Kilometerleistung von 55-60
km. Hatte ja noch den "Battle" mit meinem ehemaligen Chef -
der immerwieder auf seine "Grundlagenausdauer" verwies. Letzlich
wollte er nur "nicht mehr als 40 Minuten" auf mich verlieren...
(OK, es war sein erster Marathon)
Dann endlich 8. Oktober. Später Start nach 12.00h - schöner
Sonnenschein, angenehme, fast zu warme 20 Grad. Und in Köln stehen
Menschen, Menschen, Menschen am Streckenrand... Über 14.000 Läufer
und 800.000 Zuschauer - man ist nirgends alleine.
An meinem Armbändchen habe ich die Kilometer-Zeiten für eine
Zielzeit von 4.20h notiert. Nach 10km fehlen bereits über 2min -
OK, jetzt schnell machen. Geschwindigkeit leicht erhöhen. Irgendwo
nach 20km leichtes Oberschenkel-Zucken, von dem ich befürchte, daß
es schlimmer werden könnte - wurde es aber nicht. Ganz im Gegenteil.
Auf meinem Zeitbändchen hatte ich ab KM30 einen Zeit-Einbruch berücksichtigt.
Ab jetzt durfte jeder KM dreißig Sekunden länger dauern - da
der Einbruch aber ausblieb, lief ich plötzlich entgegen meiner Vermutung
wieder gut im Plan für die Wunsch-Zielzeit von 4.20h. Am Streckenrand
Marie, Kristin, Julia (Danke für die Apfelstücken) und immer
wieder Kathrin, Burkhard und Emilie gesehen (Danke, danke!). Ab KM35 war
ich schon über eine Minute unter meiner Wunsch-Zielzeit - und der
angedachte Puffer wurde immer noch nicht gebraucht. Endspurt über
die Brücke, Endspurt ins Ziel: 4.16.59h - 3 Minuten schneller als
erhofft...
Nur wo war Florian... - Als ich schon auf dem Weg nach Hause war, kam
er mir entgegen und freute sich auf seine Dusche - unser "Battle"
hat er dann immerhin gewonnen. Mit 4.39h war er "nur" 23 Minuten
langsamer als ich...
Beim nächsten Marathon gibts keine Zeitpolster und keine Gnade sondern
nur noch den Kampf Mann gegen Mann gegen die Uhr!
September 2006
Kö-Lauf - 10 KM - 0:49:03
Im Rahmen des Marathon-Trainings steht an diesem
Wochenende ein 10KM-Wettkampf an, um Geschwindigkeit zu kontrollieren.
Nehme mir 4:45min als KM-Pace vor, merke aber schnell, daß trotz
Tempo-Einheiten im Training das heute nicht sein soll. 5 Runden über
die Kö in Düsseldorf. Nach drei Runden macht es schon keinen
Spaß mehr - muß mich ziemlich sputen, um wenigstens unter
50min zu bleiben. Wäre auch peinlich wenn nicht: Der Kö-Lauf
wird in verschiedenen "Ziel-Zeit-Klassen" gestartet und ich
hatte mich für die Klasse "40-50 Minuten" angemeldet. Da
will man dann doch nicht langsamer sein... Wenigstens der Kaffee bei Starbucks
war so, wie ich es mir vorgestellt habe...
Mai
2006
Marathon Düsseldorf - 4:39:58
Wieder Düsseldorf, wieder Marathon. Wieder
mit Aida trainiert. Unter klassicher Musik-Beschallung ziehen wir los.
Haben 28KM viel Spaß, tanzen mit den Zuschauern. Beim ersten Massagezelt
mache ich Halt (war letztes Jahr so schön!) - Aida läuft weiter,
ich breche ein. Am Wegesrand bekannte Gesichter, die Mut machen (Danke,
Katrin, Katharina, Kathleen, Burkhard, Kathrin, Lars). Aida in unglaublicher
Zeit im Ziel. Ich verfehle mein Ziel weit und laufe nur unwesentlich schneller
als letztes Jahr. Endspurt garantiert noch die Zeit unter 4:40h. Völlig
fertig auf dem Burgplatz im Café bei Kuchen, Schorle und Bier schwinden
die Lebensgeister. Das war heute nix!
November 2005
Martinslauf - Halbmarathon - 1:52:37
Ziel des Halbmarathon-Seminars. Ein Jahr nach
meinem ersten Wettkampf wieder im Wald von Hassels am Start. Mit Aida
17KM streng nach Uhr gelaufen - dann soll ich alleine weiter. Zeitziel
war 1:55:00. Nehme die Beine in die Hand und komme (in neuer Bestzeit)
ins Ziel.
Oktober 2005
Ostparklauf - 10 KM - 0:48:12
Absolviere mit Aida ein Halbmarathon-Seminar.
Gezielte Trainings unter Anleitung, 3 mal die Woche. Ostparklauf als Tempoeinheit
- hier muß Geschwindigkeit gebolzt werden. Zeit-Ziel (5 Min/KM)
locker durchgelaufen - neue persönliche Bestzeit!
Juni
2005
Brückenlauf - 10 KM - 0:51:00
Starte mit Alexis, der unter 45 Minuten laufen
will. Halte 2 KM mit, dann zieht er weg. Zweimal ist der Schuh offen,
weshalb keine neue Bestzeit herausspringt. Man hätte mir sagen können,
daß Laufschuhe mit Doppelknoten gebunden werden müssen...
Juni
2005
Jüchtlauf - 10 KM - 0:53:34
Mit der Gewissheit, einen Marathon gelaufen zu
sein, neue (Zeit)Ziele gesteckt. Heißes Wetter, keine Chance auf
Bestzeiten. Schon wieder ein (mitlaufender) Rentner, der mir mutmachend
zuruft: "Wenn ich das schaffe, schaffst du das auch..." Recht
hat er.
Mai
2005
Marathon Düsseldorf - 4:44:43
Regen, Hagel, Temparatur unter 10 Grad. Sch...-Wetter!
Loslaufen und Durchkommen! Bei KM28 zum ersten Mal über die Brücke.
"Gehpausen" werden eingestreut. Verstecke mich bei Hagel-Einsatz
auf einem Dixie-Klo (KM33). Laufen neben der Straßenbahn her - spiele
mit dem Gedanken einzusteigen (KM35). Die Erlösung und Rechtfertigung
für einen Marathon-Lauf: Ein Massagezelt auf der Strecke. Zwei junge
Studentinnen fragen "Ober- oder Unterschenkel?". Ich bin im
Himmel! Laufe weiter, was nach der Massage sogar schnell geht. Endspurt
(warum auch immer). Ziel erreicht. Marathon geschafft. Steffen geschafft.
Eine Woche glücklich!
April 2005
Volksgartenlauf - 10 KM - 0:49:14
In Vorbereitung auf den Marathon. Mache Tempo,
als ich merke, daß es unter 50 Min. klappen könnte. Schock
beim Stadioneinlauf: Es ist noch eine Runde und ich kann nicht mehr. Dennoch
geschafft... unter 50 Minuten!
November 2004
Martinslauf - Halbmarathon - 2:12:22
Erster langer Lauf über diese Distanz. Werde
kurz vor dem Ziel von zwei Rentern überholt (siehe Bild). Wehre mich
verbal, daß ich das "nicht zulassen kann". Sie ziehen
das Tempo an und an mir vorbei. Geschlagen von 70jährigen... Hauptsache
die Distanz gemeistert. Geschafft und glücklich. Ich will mehr.

Nächste Schritte
Ironman 70.3 in Wiesbaden (August 2008)
Neue Ziele!
|