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Über hübsche Gedichte, freue ich mich immer... mail(at)steffen-nix(punkt)de
Sachliche Romanze
Erich Kästner
Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen, sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.
Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schliesslich. Und er stand dabei.
Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagt, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.
Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend sassen sie immer noch dort.
Sie sassen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.
For Crying out Loud
Meat Loaf
For taking to the rain,
when I'm feeling so dry,
For giving me the answers,
when I'm asking you why,
And my whole mind - for that I thank you.
For taking to the sun,
when I'm feeling so cold,
For giving me a child,
when my body is old,
And don't you know, for that I need you.
For coming to my room,
when you know I'm alone,
For finding me a Highway,
and driving me home,
And you gotta know, for that I serve you.
The Road Not Taken
Robert Frost (1916)
Two
road diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveller, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowht;
The
took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,
And
both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet know how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.
I
shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two rads diverged in a wood, and I-
I took the one less traveled by,
And that made all the difference.
mondnacht
joseph von eichendorff
es
war, als hätt der himmel die erde still geküßt,
daß sie im blütenschimmer nun von ihm träumen müßt.
der
wind ging durch die felder, die ähren wogten sacht,
es rauschten leis die wälder - so sternklar war die nacht.
und
meine seele spannte weit ihre flügel aus,
flog durch die stillen lande, als flöge sie nach haus.
erstklassig
der unbekannte begeisterte - immer aktuell
niemals
2. liga - niemals - niemals!
ein drängen
stephan zweig
ein
drängen in meinem herzen ein beben
nach einem großen segnenden erleben,
nach einer liebe, die die seele weitet
und jede fremde regung niederstreitet.
ich
harre tage, stunden, lange wochen,
mein herz bleibt stumm, die worte ungesprochen.
in müde lieder flüchtet sich mein sehnen,
heiße nächte trinken meine tränen.
- ohne titel -
ein freund - 1995
ein
goldenes schloß voll prunk und pracht
haben sie für den kleinen prinzen gemacht
hallen und säle groß und weit
dort soll er verbringen seine freie zeit
der große garten einst grün und prächtig
als kind schien ihm die natur dort mächtig
doch
die pflanzen sind welk, die hallen verstaubt
schon lange des letzten lebens beraubt
der prinz sitzt einsam im kleinsten zimmer
hoch oben im turm und träumt noch immer
still sitzt er dort und regt sich nicht
versteinert erscheint sein angesicht
doch in ihm lebt noch sein junges herz
zerrissen zerwühlt von heißem schmerz
die augen starr in der weiten ferne
dort tanzen im schwarz die freien sterne
so
überkommt ihn oft ein tiefes sehnen
eine regung dann zwei kristallene tränen
die sich vereinen und
wie im traum über seine wangen
dahinschwinden
unbekannt für noch unbekanntere
unbekannt
nulla
unda
tam profunda
quam vis amoris
furibunda
julia
oder ode an einen mythos
ein freund - 2000
bericht
einer kollektiven jugenderfahrung
deine
haut
dein lachen als erinnerung
an kinder fast noch, die
im gras zwischen bäumen und
auf asphalt mit großen augen
sich im himmel verlieren.
unsicher zwischen gefühl,
hoffnung und dem
reiz des untergangs.
der
anfang der menschheit
und sehnsucht nach
deinem lachen
der oberfläche deiner haut.
nur nicht
erich fried
das
leben
wäre
vielleicht einfacher
wenn ich dich
gar nicht getroffen hätte
weniger
trauer
jedes mal
wenn wir uns trennen müssen
weniger angst
vor der nächsten
und übernächsten trennung
und
auch nicht soviel
von dieser machtlosen sehnsucht
wenn du nicht da bist
die nur das unmögliche will
und das sofort
im nächsten augenblick
und die dann
weil es nicht sein kann
betroffen ist
und schwer atmet
das
leben
wäre vielleicht
einfacher
wenn ich dich
nicht getroffen hätte
es wäre nur nicht
mein leben
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